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Die
Qualitätssicherung in der Ostseeklinik Königshörn
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Die Ostseeklinik Königshörn ist seit 1997 Mitglied im Forschungsverbund
Prävention und Rehabiliation für Mütter und Kinder der Medizinische
Hochschule Hannover.
Unter Mitwirkung von Experten aus über 50 Mutter-Kind-Einrichtungen wird
in Zusammenarbeit mit einem Forschungsteam unter der Leitung von Dr. Jürgen
Collatz und Frau Prof. Fischer externe Qualitätssicherung erforscht und
gleichzeitig in den Einrichtungen bei internem Qualitätsmanagement implementiert.
Diese Mitarbeit im Forschungsverbund trägt dazu bei, dass die Ostseeklinik
Königshörn heute höchsten Qualitätsansprüchen genügt.
Systematisch wurden transparente Verfahren und Messinstrumente auf allen therapeutischen
Ebenen geschaffen. Dadurch wurde es möglich, eine EDV-gestützte Dokumentation
der Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität einzurichten. In zwei Kurdurchgängen
pro Jahr findet mittlerweile eine Kompletterhebung für die Medizinische
Hochschule Hannover statt.
Unabhängig vom Eintritt in den Forschungsverbund wurde in der Ostseeklinik
seit der Eröffnung des Hauses im September 1994 ein “internes Qualitätsmanagement”
installiert. Dieses beruhte im Wesentlichen auf Selbsterfahrungen, Beobachtungen
und einer selbstentwickelten Dokumentation. In den folgenden Betrachtungen soll
beschrieben werden, wie heute das interne Qualitätssicherungsprogramm in
der Praxis funktioniert.
Die Prozesserhebung und Dokumentation im Rahmen der internen Qualitätssicherung
ist in unserer Klinik seit Jahren fester Bestandteil der täglichen Arbeit.
Diese wird koordiniert durch einen hauptamtlichen Qualitätsbeauftragten.
Die Prozesserhebung beginnt bereits mit der Kurplanung durch das Versenden von
Fragebögen zur Anamnese von Mutter und Kind. Die aktuellen Beschwerdebilder
und Erkrankungen (körperlicher wie psychischer Art) werden so schon im
Vorfeld der Kur bekannt, so dass sich die Patienten im Hinblick auf die Eingangsuntersuchungen
Schwerpunktprogrammen zuordnen lassen. Dieses erleichtert die Arbeit in den
Eingangsgesprächen der Ärzte und Psychologen. Eine Woche vor der Kur
werden diese Unterlagen durch das Sekretariat der medizinischen Abteilung gesichtet
und den drei Ärzten je nach Indikation zugeteilt. So beginnt auch die ärztliche
Vorbereitung auf den neuen Kurgang etwa eine Woche vor der Kur. Dies ermöglicht
die gezielte Kurplanung im Hinblick auf Schwerpunktprogramme sowie der Erfassung
von möglichen "Problempatienten", deren gezielte Betreuung vom
ersten Kurtag an notwendig werden könnte.
Die eigentliche Arbeit mit den Patienten beginnt dann in der Eingangsuntersuchung
durch Ärzte und Psychologen am zweiten und dritten Kurtag. Mit den Patienten
wird je nach Kurindikation und Beschwerdebild ein Behandlungsplan erstellt,
der in der Kur abzuarbeiten ist (für Mütter und Kinder gleichermaßen).
Unser Hauptanliegen ist, Mütter und Kinder möglichst in Schwerpunktprogrammen
zu erfassen und ganzheitlich zu betreuen, etwa 90% der Mütter und 50% der
Kinder werden so in Schwerpunktprogrammen betreut. Der niedrigere prozentuale
Anteil der Kinder ergibt sich aus den vielen Begleitkindern und Kindern von
1 bis 3 Jahren, die erfahrungsgemäß kaum eigene Kuranwendungen durchführen
können. Durch das Behandlungsteam, bestehend aus Ärzten, Psychologen,
Sport- und Physiotherapeuten, Diätassistenten, Musiktherapeuten und Sozialarbeitern
(nachfolgend Behandlungsteam) wurden dazu entsprechend den personellen, heilklimatischen
und baulichen Möglichkeiten der Klinik Schwerpunktprogramme für diverse
Hauptindikationen unter Festlegung von Leitlinien entwickelt.
In
diesen Programmen erfolgt eine ganzheitliche Betreuung der Patienten (ärztliche
Anleitung, Therapie, Beratung, Vorträge, psychologische Gruppen- bzw. Einzelgespräche,
Entspannungsverfahren; Physiotherapie, gezielte Sporttherapie, Musiktherapie
und Kreativangebote).
Die Betreuung der Kinder erfolgt für 1-2 jährige Kinder in der Krabbelgruppe,
für die 3-6 jährigen im Kinderland, für die Schulkinder bis zum
13./14. Lebensjahr im sogenannten Kinderclub. Es ist sichergestellt, dass die
Mütter bei der Wahrnehmung von Behandlungen, Gesprächen, Vorträgen
und sportlichen Aktivitäten ihre Kinder in die Betreuung geben. Aber auch
außerhalb dieser Zeiten ist der Aufenthalt unter Aufsicht von Pädagogen
und Erzieherinnen jederzeit möglich. Für Kinder von 1-3 Jahren wird
Mittagsschlaf ärztlicherseits verordnet. Auf vielen Betreuungsebenen ist
dafür gesorgt, dass die Mütter “Zeit für sich selbst”
finden.
Die Prozessdokumentation sowie die Verlaufskontrolle erfolgt je nach Schwerpunkt
anhand von Fragebögen (durch Ärzte und Psychologen), psychologische
Testverfahren sowie der Überprüfung von Laborparametern, Fahrrad-
Ergometrien, Blutdruck- und Gewichtskontrollen, Lungenfunktionskontrollen bei
Kurbeginn- und Ende). Zum Ende der Kur erfolgen im Behandlungsteam Auswertungen,
um in der Abschlussuntersuchung mit den Patienten neben den subjektiven Einschätzungen
der Patientin selber auch den objektiven Befund von Psychologen, Sporttherapeuten
und Physiotherapeuten zu dokumentieren. Diese Ergebnisse werden im Behandlungsblatt
festgehalten und im Abschlussbericht an den weiterbehandelnden Arzt verschickt,
insbesondere mit den Empfehlungen für eine Nachbehandlung. Im Adipositasprogramm
wird zusätzlich durch Fragebögen eine Verlaufskontrolle sechs Monate
nach der Kur durch die Klinik durchgeführt (mit einem Rücklauf von
ca. 64%).
Der Prozessverlauf während der Kur wird durch Zwischenuntersuchungen (statistisch
wird alleine durch die Ärzte jeder Patient während der Kur 6-7 Mal
gesehen) dokumentiert. Außerdem finden im Behandlungsteam Montags, Mittwochs
und Freitags Teambesprechungen statt, die der Verlaufskontrolle in den Schwerpunktprogrammen,
aber auch dem weiteren Vorgehen bei der Behandlung von Problempatienten dienen.
Die Teambesprechungen dienen außerdem der Schwerpunktdynamisierung, insbesondere
wenn psychische Probleme im Kurverlauf offensichtlich werden. Auch im Erkrankungsfall
der Kinder muss das Kurprogramm häufig optimiert werden.
Das Behandlungsteam wird im Rahmen einer Supervision durch eine externe Psychologin
betreut. Diese Supervisionen konnten erfahrungsgemäß Prozessabläufe
in der Klinik verbessern, außerdem dient sie der Fallsupervision.
Einmal pro Jahr trifft sich das erweiterte Behandlungsteam (zusätzlich
Lehrer, Erzieher, Hausdamen, Schwestern, Rezeptionspersonal) außerhalb
der Klinik zu einer Qualitätstagung. Dort werden in Anlehnung an die Rechenschaftsberichte
des vergangenen Jahres die Arbeitsaufgaben für das kommende Jahr diskutiert
und festgelegt. Dadurch konnten Prozessverläufe in den vergangen Jahren
immer weiter optimiert werden, außerdem findet sich dort die Zeit, um
neue Therapieverfahren und Schwerpunkte zu planen.
Im Rahmen der Qualitätssicherung wird auf die konsequente Weiterbildung
der Mitarbeiter geachtet, um die Schwerpunktprogramme leitliniengerecht durchzuführen.
So haben unsere Ärzte in den letzten zwei Jahren zusätzliche Befähigungen
zum Asthma- und Neurodermitis- Trainer erlangt, sowie die Zusatzbezeichnung
Fachärztin für Naturheilverfahren erworben. Die Psychologen haben
sich zu Spieltherapeuten bzw. zu systemischen Familientherapeuten weitergebildet.
Unsere Sporttherapeutin hat die Ausbildung zur Medizinischen Trainingstherapeutin
beendet und die Musiktherapeutin ihre Ausbildung zur Heilpädagogin.
Abschließend kann gesagt werden, dass die hausinterne Qualitätssicherung
die Arbeitsabläufe vereinfacht und standardisiert hat. Das führte
im Laufe der Jahre zu einer sehr hohen Patientenzufriedenheit, denn die Patienten
fühlen sich durch die ganzheitliche Betreuung in den Schwerpunktprogrammen
optimal behandelt. Die hohe Patientenzufriedenheit konnte im Rahmen der externen
Qualitätssicherung an der Medizinischen Hochschule Hannover immer wieder
dargelegt werden.
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